Abspaltung - Überlebensmechanismus der traumatisierten Psyche

Vielen psychischen und körperlichen Symptomen liegen traumatische Ereignisse zugrunde. Um diese lebensbedrohliche Situation zu bewältigen, setzt die Psyche Trauma-Notfallmechanismen wie Erstarren, Einfrieren, Dissoziieren oder Aufspalten der Persönlichkeit ein.

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Indem die Psyche sich spaltet, verlieren die Betroffenen den Bezug zu Teilen von sich selbst, da das vorrangige Ziel der Spaltung ist, das schreckliche Ereignis aus dem Leben zu löschen. Es wird vom Bewussten ins Unbewusste verlagert: Das Ereignis bleibt – die bewussten Erinnerungen dazu fehlen. 
Diese Mechanismen helfen zunächst dem bloßen Überleben. Das Tragische dabei  ist jedoch, dass dieses Abspalten  den Zugriff auf die schöpferische Lebenskraft und die lebendige Gefühlswelt verhindert. Selbst die Körperfunktionen entgleisen. 
Emotionen, Körperreaktionen und Gefühle, welche zu diesem Ereignis gehören, wirken trotz allem bis in die Gegenwart und können meist rational nicht zugeordnet werden. Die Betroffenen reagieren in Situationen unpassend oder unangemessen und können diese Reaktionen nicht steuern. Bei solchen Vorgängen wird der abgespaltene traumatisierte Anteil aktiviert (getriggert) und kann nur über diese Reaktionen wahrgenommen werden. Für die Betroffenen bedeutet dies allerdings meist enormen Stress, ohne dass sie  wissen, warum.

Mit Hilfe der Traumaaufstellung vom Überleben zum Leben

Die Aufstellung ist eine effiziente Methode, die eigenen Anteile, die im Unbewussten wirken, kennen zu lernen.
Schritt für Schritt kann man sich ihnen nähern, mit ihnen Kontakt aufnehmen, sie verstehen, um dann mit ihnen in Kontakt zu bleiben.

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Der Klient formuliert zu Beginn der Aufstellung für sich ein Anliegen, stellt dieses auf und bleibt selbst in der Aufstellung. Er ist somit aktiver Teil seines Prozesses. Es wird für ihn direkt erleb- und begreifbar in welchem Kontakt er mit seinem Anliegen ist. Die Lösung ergibt sich aus der Beziehung zwischen Anliegen und Klient. Sie wird nicht konstruiert oder aus illusionären Ressourcen von außen erzeugt. Der Kontakt zwischen Klient und Anliegen  verdeutlicht, was zum jetzigen Zeitpunkt mit eigenen Ressourcen möglich ist. Das Zusammenführen und Integrieren der Anteile ist ein Schritt vom Überleben zum Leben.
Mit dieser Methode hat der Klient die Möglichkeit, psychische und körperliche Symptome einem Ereignis, welches im Unbewussten abgespalten war, zuzuordnen. Eine unbewusste Realität wird wieder zur bewussten Realität - Illusionen können weichen. Durch diese Klarheit bekommt der Klient mehr Bezug zu sich. Vertrauen zu sich selbst kann wieder wachsen. Dies ist eine grundlegende Voraussetzung für Autonomie.

Literatur zum Thema

Wer sich vertiefend in dieses Thema einlesen möchte, findet hier einige Literaturtipps.
Franz Ruppert:  „Verwirrte Seelen“,  „Trauma, Bindung und Familienstellen“, „Seelische Spaltung und innere Heilung“,  „Trauma, Angst und Liebe“.
Joachim Bauer:  „Das Gedächtnis des Körpers“ und  „Warum ich fühle, was du fühlst“.
Michaela Huber:  „Multiple Persönlichkeiten”.
Aaron Antonovsky:   „Salutogenese. Zur Entmystifizierung der Gesundheit”.
Alice Miller:  „Das verbannte Wissen“ ,  „Abbruch der Schweigemauer“,  „Die Revolte des Körpers“.